Veranstaltungsreihe: DIY – Kunst, Kultur & Kreativit

Ein Werkzeugkasten für DIY-Projekte: Wenn in Zeiten marktförmiger Kulturindustrie und knapper Kulturförderung langeweile aufkommt, müssen wir uns selber helfen. Kulturveranstaltungen und spektakuläre Partys selbst zu organisieren, ist eigentlich nicht schwer. Schwieriger ist es jedoch, dies gemeinsam zu tun – ohne Hierarchien und Gewinnabsicht, aber dafür mit der geballten kreativen Energie einer Gruppe. Wie das funktionieren kann, beleuchten wir in der Veranstaltungsreihe „Do it Yourself: Kunst,Kultur und Kreativität“ ab November 2014.

In Workshops wollen wir gemeinsam erarbeiten, wie kollektive Kulturarbeit und Veranstaltungsbetrieb organisiert werden können, welche Tücken Gruppenprozesse bergen und wie eine eine schöne Veranstaltung für Alle aussieht. Weitere Veranstaltungen beleuchten Sicherheitsaspekte, Partydrogen und anderes.

Die Veranstaltungsreihe beginnt am 8.11., die Workshops finden jeweils Samstags statt und sind eintägig. Eine Teilnahme an allen Workshops ist möglich, aber nicht nötig – wer mag, kann sich die persönlichen Rosinen rauspicken.
Wer möchte, erhält am Ende der Veranstaltungsreihe ein Zertifikat, dass die besuchten Workshops aufführt und vom Kulturkollektiv Göttingen e.V. – Credits gibt es nicht.

Da die TeilnehmerInnen-Zahl der Workshops begrenzt ist, empfehlen wir euch, euch kurz per Mail anzumelden. Bei Überbelegung der Workshops werden angemeldete TeilnehmerInnen bevorzugt behandelt. Schickt dazu eine kurze Mail an kulturkollektivgoe@gmail.com mit eurem Namen und den gewünschten Workshops

Interessentinnen, die sich bisher nicht dazu gekommen sind, selber Veranstaltungen zu organisieren, können dies im Rahmen der Veranstaltungsreihe ausprobieren. Kollektivistas begleiten bei Interesse Kleingruppen, die den gesamten Prozess von der Idee bis zur Abrechnung ausprobieren können – mit Raum für Fehler und reichlich Kontakten zu Artists, Booking-Agenturen und Ähnlichem. Die Findungsphase der Kleingruppen ist im Rahmen des Workshops am 8.11.2014

 

Termine der Workshops:

8.11.2014, 11-19 Uhr, Heinrich-Düker-Weg 5, Raum 0.115: Kultur selber machen: Warum und Wie? Ein Einführungsworkshop des Kulturkollektiv
Warum langweilt der normale Kulturbetrieb so häufig und was können wir daran ändern? Was ist eigentlich Kultur? Was ist Kreativität und warum sollten wir uns mit Kunst beschäftigen? Und wenn wir das tun: Wie kommen wir eigentlich aus der Konsumentenrolle raus? Im Rahmen des Workshops soll ergründet werden, was aus unserer Sicht schief läuft und was für Möglichkeiten es gibt, selber aktiv zu werden. Grundlage sind die bisher gesammelten Erfahrungen im studentischen Kulturbetrieb – die jedoch auf viele andere Projekte übertragen werden. So geht es einerseits um Erfahrungsaustausch, andererseits um einen Einblick in die Potentialle von kollektiver Kulturarbeit und dem „Do it yourself-Prinzip“.

15.11.2014, 11-19 Uhr: Von der Idee zum Konzept: Gemeinsam Projekte planen mit Alexander Moritz
Auch ohne Hierarchien ist es manchmal hilfreich, größere Projekte etwas struktururierter anzugehen. Wie das gelingen kann und welche Techniken des (partizipativen) Projektmanagement dabei helfen, beleuchtet der Workshop von Alexander Moritz, der ansonsten am ZESS Göttingen lehrt.

22.11.2014, 10-19 Uhr: Auf dem Weg zum Ziel: Kommunikation als Werkzeug mit Dr. Frank Vogelgesang
Zielbezogene Arbeit in Gruppen bedeutet für alle Beteiligten, über den gesamten Arbeitsprozess hinweg gleichzeitig drei Dinge im Blick zu behalten: Das Thema, um das es gehen soll, die Gruppe, die daran arbeitet, und jede/n einzelne/n, die/der sich beteiligt. Vor die größten Herausforderungen sehen sich Gruppen dabei oft nicht etwa durch die gesetzten Grenzen gestellt, sondern viel mehr durch die existierenden Freiräume: Oft ist es schwer, diese zugleich im Sinne der Arbeitsziele, der Gruppe und der einzelnen Beteiligten zu gestalten. Zielbezogene Arbeit in Gruppen bedarf deshalb neben einer zielbezogenen Strukturierung der verständigungsorientierten Kommunikation unter den Beteiligten.

Auf welche Art und Weise und auf der Grundlage welcher Werthaltungen Kommunikation erfolgt, macht einen wesentlichen Teil der Kultur einer Gruppe aus. Im Workshop beschäftigen wir uns deshalb zum einen mit dem Handwerk der Strukturierung und der Kommunikation von Gruppenarbeit und zum anderen mit der Reflexion der Kultur, die wir unserer Arbeit und Kommunikation zugrunde legen wollen.

6.12.2014, 11-19 Uhr: Schöner feiern für ALLE: Kulturarbeit ohne Ausgrenzung mit Sandra Klaubert
Kulturveranstaltungen und Partys sollen (im Rahmen der Zielgruppe) für ALLE entspannt zu genießen sein. Die Realität sieht, oft unbemerkt, ganz anders aus. VeranstalterInnen, die den Anspruch an sich haben, möglichst keine Menschen auszuschließen und allen Gästen größtmögliche Freiräume zu bieten, stellt das vor ganz eigene, oft ungewohnte Aufgaben:

Es braucht einerseits Wissen und Verständnis für Alltagsdiskriminierung, anderseits aber auch spezifisches Wissen um Realität im Kulturbetrieb dort auftauchende diskriminierende Verhaltensweisen.So geht es letztlich darum, Ideen und Konzepte entwickeln, die VeranstalterInnen Handlungssicherheit bieten in der Umsetzung eines Veranstaltungsbetriebes, der sich als Nicht-diskriminierend versteht und in dem sich möglichst Alle gleichermaßen wohl, sicher und respektiert fühlen können.

Der Seminartag biete den Teilnehmenden die Möglichkeit, ein Verständnis für unhinterfragte Rassismen, Sexismen, Homophobie und andere Diskriminierungen im Veranstaltungsbetrieb zu entwickeln. Erste Ideen zur Umsetzung eines nicht-diskriminierenden Kulturbetriebs können ausgelotet werden. Bereits bestehende Erfahrungen und Konzepte bilden dafür die Grundlage.

10.1.2015/11.1.2015: Buntes Wochenende by YOU
Kultur kann vielfältig sein: Wie vielfältig, kann am bunten Wochenende ausprobiert werden. Zwei Tage lang steht das Stilbrvch offen zum experimentieren mit unterschiedlichsten Kreativformen: Mit der Siebdruckwerkstatt können individuelle Motive gestaltet und auf T-Shirts gedruckt werden. Ein Grafitti-Workshop läd zum Malen ein. Natürlich gibt es auch Abendveranstaltungen – die mit unterschiedlichsten Techniken dekoriert werden können. Material ist reichlich vorhanden, ebenso wie erfahrene Kollektivistas, die bei Fragen gerne helfen. Weiterhin gibt es Einblicke in die Arbeit mit Grafikbearbeitungsprogrammen und DJ-Software.

 

Weitergehend wird es noch einige Vorträge zu diversen Aspekten des Veranstaltungsbetriebs geben – Ankündigung folgt später.

Die Veranstaltungsreihe wird im Rahmen des Projekts „Kreativität im Studium“ durch die AKB Stiftung gefördert.

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