Hintergründe

Mit den anstehenden Uni-Wahlen steht auch die Zukunft des studentischen Veranstaltungskellers Stilbrvch zur Diskussion. Nach drei Jahren erfolgreichem Veranstaltungsbetrieb werden zentrale Aspekte des Stilbrvch in Frage gestellt. Spätestens angesichts der anstehenden Uni-Wahlen zeigt sich, dass mehrere Hochschulgruppen die Selbstverwaltung des Stilbrvch durch das Kollektiv ablehnen Mit zum Teil haarsträubenden Behauptungen wird im Wahlkampf Stimmung gegen das Stilbrvch gemacht.

Das Kernstück des Stilbrvch war seit der „Gründung“ 2011 immer die kollektive Arbeitsweise, also die Verwaltung des Stilbrvch durch ein offenes Kollektiv an Kreativen und Kulturbegeisterten. Diese führten selbstorganisiert diverse Veranstaltungen durch und unterstützten noch viele mehr. Zentral war dabei der selbstverwaltete Charakter des Stilbrvch, also die Entscheidungsfindung durch die NutzerInnen – die sich im Gegenzug für die Selbstbestimmung großteils ehrenamtlich einbrachten. Möglich war dies aufgrund funktionierender und vertrauensvoller Absprachen mit dem bei den Uni-Wahlen gewählten AStA. Dieser hatte 2011 beschlossen, dass Stilbrvch nicht mehr selbst zu verwalten. Für große Teile der studentischen Kulturarbeit galt nun, dass nicht mehr der AStA entscheidend war. Stattdessen entschied eine offene Gemeinschaft aus kulturbegeisterten Studierenden, während der AStA lediglich eine Aufsichtsfunktion einnahm und durch Mitsprache bei der Personalauswahl grob die Leitlinien vorgab.

Eines unserer Kernziele im letzten Jahr war es, diese Struktur von informellen Absprachen zu lösen und in ein „selbstverwaltetes Kulturreferat“ zu überführen. Zentral waren hierbei eine Beibehaltung der selbstverwalteten Arbeitsweise durch die NutzerInnen und eine gleichzeitige Aufsicht durch Organe der Studierendenschaft – eine Struktur, die sich am Aufbau des selbstverwalteten Sportreferats orientiert. Nötig wäre dazu allerdings eine 2/3 Mehrheit im Studierendenparlament, die realistischerweise nur durch die Einbindung der „größten Hochschulgruppe“ Göttingens, der ADF erreicht werden konnte. Deshalb begannen bereits im April Gespräche, in denen sich seitens aller (!) VerhandlungspartnerInnen schnell auf die Gründung eines selbstverwalteten Referats geeinigt wurde. Im weiteren Verlauf wurde dieser Vorschlag konkretisiert: Satzungen wurden geschrieben, Gespräche mit der Rechtsabteilung der Uni geführt und immer wieder das Feedback der ADF, auf deren Unterstützung wir angewiesen waren, gesucht.

Im November/Dezember zeigte sich jedoch, dass dieses Unterfangen aussichtslos war. Zwar unterstützten uns die VertreterInnen der ADF, die sich am Ausgründungsprozess beteiligten. Eine Mehrheit der Fraktion beschränkte sich hingegen auf eine Blockadehaltung und entzog letzendlich ihren VertreterInnen im Ausgründungsprozess die Unterstützung. Stattdessen tauchten auf einmal Vorschläge auf, die jeglichen selbstverwalteten Charakters des Stilbrvch in Frage stellten: Das Kulturkollektiv als Gemeinschaft kulturell engagierter Studierender sollte auf den Status von DienstleisterInnen reduziert werden. Die Entscheidungshoheit sollte fortan bei einem Ausschuss des Studierendenparlaments liegen, der mit der eigentlichen „Arbeit“ nichts am Hut hätte.

Um es klarzustellen: Wir haben eigentlich wenig Lust, unsere Energie auf den Uni-Wahlkampf zu verwenden. Aber was nun im Wahlkampf behauptet wird, entbehrt jeglicher Grundlage: Es wird suggeriert, im Stilbrvch fänden nur Nischenveranstaltungen statt. Es wird suggeriert, dass es sich beim Kulturkollektiv um „Autonome“ (was auch immer das ist) handelt. Es wird behauptet, der Laden wäre „eine teure, private Spielwiese einiger weniger“. Und natürlich wird der schwarze Peter bezüglich des Scheiterns der Ausgründungsgespräche „Rot/Grün“ und dem Kulturkollektiv zugeschoben.

Die Fakten sehen anders aus. Im Stilbrvch fanden, auch in Zusammenarbeit mit externen Gruppen, diverse Partys mit „Mainstream-Charakter“ statt. Das Kulturkollektiv ist eine offene Plattform für alle kulturell interessierten Studierenden – ohne kontinuierliche NeueinsteigerInnen würde das Ganze nicht funktionieren. Im Stilbrvch feierten 2013 wohl einige Tausend Gäste und es gelang uns abermals, die jährlichen Zuschüsse des AStA zu reduzieren. Und die Ausgründungsgespräche sind in erster Linie an der Borniertheit des mächtigen Jura-Flügels der ADF gescheitert.

Nicht alles im Stilbrvch läuft perfekt. Aber mit dem Kulturkollektiv verwaltet eine sehr heterogene Gruppierung das Stilbrvch. Im Gegensatz zur Zeit als ADF-geführtes „Vertigo“ haben sich die jährlichen Zuschüsse deutlich reduziert, die Veranstaltungsvielfalt und Anzahl hingegen deutlich gesteigert. Es bringen sich Dutzende Ehrenamtliche ein und es gibt diverse studentische Gruppen, die den Laden regelmäßig nutzen.

Angesichts des Ausgründungsprozesses und der aktuellen Stimmungsmache bleibt uns nur ein Schluss: Mit der ADF ist ein Stilbrvch nicht zu machen. Die Mehrheit der ADF lehnt das ab, was das Stilbrvch zu dem gemacht hat, was es ist. Wenn ihr das für falsch haltet: straft sie bei den Wahlen ab, zeigt Ihnen, dass ihr ihre dreisten Lügen nicht toleriert. Kommt zur Ravedemo am 21.2.

Wir bleiben.
PS: Auch wenn wir gerade um unsere Zukunft kämpfen gilt weiterhin: Warum nicht neben dem Studium Konzerte, Partys oder Anderes organisieren? Wir freuen uns über spannende Pläne und Beteiligung eurerseits – kommt vorbei oder schreibt uns an.

Veröffentlicht in Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.