Das Stilbrvch wird zum Wahlkampfthema

Wie befürchtet, wird das Stilbrvch nun zum Thema im Wahlkampf um die kommenden Wahlen zum Studierendenparlament (StuPa). Nächste Woche finden die Wahlen statt, und leider hängt auch die Zukunft des Stilbrvch davon ab. Das Stilbrvch ist Teil der studentischen Selbstverwaltung und funktioniert dementsprechend nur Dank der Unterstützung einer Mehrheit im StuPa. Angesichts dessen ein kleiner Faktencheck zur aktuellen Stimmungsmache in der ADF-Publikation „Wadenbeisser“.

Im Wahlkampf zeigt sich, dass zwei Hochschulgruppen massiv Stimmung gegen das Stilbrvch machen. Während wir beim RCDS nichts anderes erwartet haben, sind wir angesichts der massiven Falschbehauptungen und Lügen seitens der Fraktion „ADF“ schockiert und frustriert. Wir werden uns dazu noch ausführlicher äussern, aber vorerst muss ein nüchterner Faktencheck genügen. Vieles, von dem was wir schreiben, können wir durch Quellen wie Sitzungsprotokolle, Aussagen von EX-ADFlern, Haushaltsberichten und Ähnlichem widerlegen – eine Sammlung der Quellen folgt die Tage.

Unser „Faktencheck“ im Wortlaut:

Eine Stellungnahme des Kulturkollektivs zu 21 Lügen auf zwei Seiten:
“Ein Stilbrvch für alle – ADF legt nachhaltiges Konzept vor” (Wadenbeißer #104, 13.1.14, S.10-11)

Liebe  LeserInnen,

wir sind das „Kulturkollektiv“ – ein bunter Haufen Studierender aller Fachrichtungen, die den Veranstaltungskeller Stilbrvch auf dem Campus betreiben. Das Stilbrvch existiert seit drei Jahren in den vormaligen Räumlichkeiten des Vertigo, einem eher schlecht als recht betrieben studentischen Veranstaltungskeller. Seit nun mehr drei Jahren führen wir den Laden kollektiv als offenen Raum für kulturell engagierte Studierende. In der Zeit haben wir unzählige Veranstaltungen organisiert und unterstützt, die von tausenden Gästen besucht wurden.

Zugleich ist das Stilbrvch Teil der studentischen Selbstverwaltung und damit von den Wahlen zum Studierendenparlament abhängig. Wir sind nun entsetzt und fassungslos, mit was für Behauptungen im derzeitigen StuPa-Wahlkampf gegen uns Stimmung gemacht wird. Angesichts der dreisten Lügen und Falschbehauptungen im „Wadenbeißer“ wollen wir hier eine Auswahl an Aussagen auffassen, die aus unserer Sicht schlicht falsch und erlogen sind. Was in der Publikation der ADF behauptet wird, lässt sich durch Sitzungsprotokolle, Chronologien, Aussagen von ex-Mitgliedern und offiziellen Berichte widerlegen. Eine entsprechende Sammlung werden wir zeitnah auf unserer Homepage veröffentlichen. Lasst euch nicht hinter das Licht führen! Hinterfragt die ADF!

1. „Vielmehr wurde auf Nischenveranstaltungen gesetzt“
Tatsächlich planen wir unsere Veranstaltungen entlang von Stilrichtungen und Genres. Zugleich versuchen wir stets eine ausgewogene Veranstaltungsauswahl zu bieten und alle Genres abzudecken. Dies umfasste auch klassische „Studi-Partys“ wie den Campus Club oder Fachschaftspartys, auf denen eher Charts-Musik gespielt wird. Auch hat allein letztes Jahr sechs Mal unser (hauseigenes) DJ-Duo D’n’D aufgelegt, die ebenfalls Charts und Mainstream spielen. Abseits davon: Wer hält Techno-Partys im Jahr 2014 noch für „Nischenveranstaltungen“?

2. „Die Durchführung eigener Veranstaltungen gestaltete sich bisweilen als schwierig“
Die Durchführung von Veranstaltungen ADF-naher Gruppen gestaltete sich 2013 tatsächlich zwei Mal als schwierig: Im April bestand die DAF (der Jura-Ableger der ADF) auf eine Party während der Veranstaltungs- und Umbaupause (die jedes Jahr in dem Zeitraum liegt). Im Oktober wiederum haben DAFler mit unverschämten und beleidigendem Auftreten („linke Bazillen“) reichlich Unterstützung verspielt – die Party fand übrigens trotzdem statt.

3. „Die Vergaberichtlinien sind intransparent“
Die Vergabepraxis ist relativ simpel: Montags ab 19:30 im Plenum vorbeikommen und nach einem Termin fragen. Die Vergabe erfolgt nach dem „first come, first serve“-Prinzip. Wer langfristig planen möchte, kann auch gerne Monate im Voraus einen Termin reservieren. Bei Terminkollisionen versuchen wir, einen Kompromiss zu vermitteln.

4. „keine RCDS-Veranstaltungen“
Organisatorisch läuft es bei uns so, dass alle, die eine Party bei uns organisieren wollen, zu uns kommen und diesen Wunsch äußern. Der RCDS hat das einfach noch nie getan.

5. „Nicht nur die Studierenden, sondern auch die Räumlichkeiten und das Inventar hatten stark unter dieser Leitung zu leiden“
Wir hatten in den vergangenen drei Jahren keinen einzigen Gast, der sich beschwert hätte, unter unserer Leitung zu „leiden“. Wenn es ein Problem mit Gästen gab, dann eher dass sie um sieben Uhr morgens nicht einsehen wollten, dass die Musik jetzt aus bleibt und sie wirklich nach Hause gehen müssen.
Als Vermieterin ist die Universität und nicht das Kulturkollektiv für die Instandhaltung der Räumlichkeiten verantwortlich. Auch wir wünschen uns, dass die Universität dieser Rolle gerecht wird. Das Inventar hingegen ist in Ordnung – natürlich gibt es Abnutzungserscheinungen, die wir jedoch kontinuierlich beheben und etwa kaputte Stoffmöbel nach und nach durch brandsicherere Ledersofas ersetzen. Insgesamt war die technische Einrichtung (Kühlschranke, Kühlraum, PA-Anlage etc.) des Vertigos in erbärmlichem Zustand, als das Kulturkollektiv den Laden 2011 übernommen hat. Es wurde seit dem etwa die PA-Anlage umgebaut, um die technischen Fehler bei der Einrichtung des Vertigos auszubügeln und jetzt bei Konzerten und Partys einen überdurchschnittlich guten Sound zu haben.

6. „bei einem NutzerInnenplenum fehlt die demokratische Legitimation“
Stimmt. Deshalb haben wir nie eine reine Verwaltung durch ein NutzerInnenplenum gefordert, sondern im Ausgründungskonzept eine Aufsicht durch das Studierendenparlament vorgesehen. Eine Struktur, die sich am Aufbau des seit Jahren erfolgreich arbeitenden Sportreferats orientiert, das die ADF seinerzeit selbst unterstützt hat. Im Zuge des Ausgründungsprozesses hat die ADF genau dies dann allerdings abgelehnt.

7. „die Stimmen der ADF wären für eine Ausgründung nicht zwingend notwendig gewesen“
Für eine Ausgründung braucht es eine 2/3 Mehrheit im Studierendenparlament, die ohne Unterstützung der ADF nicht möglich gewesen wäre. Rein rechnerisch wäre auch der RCDS in Frage gekommen, was in der Realität wohl kaum funktioniert hätte. Das Argument ist daher (rechnerische) Haarspalterei und ein Versuch, sich aus der Verantwortung zu ziehen.

8. „ein Teil der Studierendenschaft sowohl als Gast auch als Veranstalter wurden kategorisch ausgeschlossen“
Im Stilbrvch sind farbentragende Verbindungsstudenten unerwünscht – eine Praxis, die von diversen Göttinger Gastwirten und Discotheken so gehandhabt wird. Ansonsten gilt lediglich, dass sich alle Gäste an die Spielregeln des guten gesellschaftlichen Umgangs miteinander halten müssen und kein Gast aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft etc. diskriminiert werden sollte.

9. „die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Angebote bei weitem nicht so pluralistisch sind, wie immer betont wird“
Ins Kulturkollektiv kommen und gehen ständig Menschen, die sich im Stilbrvch engagieren wollen. Kritik daran, dass wir jemanden von der Mitarbeit ausgeschlossen haben, kam in drei Jahren Stilbrvch nicht einmal. Im Übrigen arbeiten wir durchaus auch mit Leuten aus der ADF zusammen – bspw. bei Fachschaftspartys.

10. „Die Buchführung ist lückenhaft“
Die Buchführung des Stilbrvch wird jährlich durch Revisoren überprüft. In den letzten zwei Jahren gab es keine Beanstandungen. Viel mehr wurde seitens der Buchprüfer die Veranstaltungsplanung gelobt. Die Haushaltsberichte sind übrigens auf der AStA-Webseite einsehbar.

11. „das Stilbrvch hat seit 2011 Verluste in Höhe von 19000 bis 25000 € erwirtschaftet“
Womit die Verluste seit dem Neustart als „Stilbrvch“ im Vergleich zur Zeit des ADF-geführten „Vertigo“ mindestens halbiert sind. Zugleich hat sich die Veranstaltungszahl und die Zahl der Gäste vervielfacht. Allerdings gilt grundsätzlich, dass das Stilbrvch als studentischer Veranstaltungskeller keine Gewinne erwirtschaften kann und darf. Es ist eben kein professioneller Laden, der sich selbst tragen kann. Kein kommerzieller Betreiber würde sich eine solche Location ans Bein binden mit so niedrigen Decken und einer kleinen Bühne. Die Zuschüsse des AStA betragen in der jährlichen Umlage pro StudentIn ca. 60-70 Cent. Dabei machen die Zuschüsse lediglich einen Bruchteil unserer Einnahmen aus, mit deutlich sinkender Tendenz seit 2011.

12. „das Stilbrvch ist eine teure, private Spielwiese einiger weniger“
Das sehen Dutzende Kollektivistas, zig Ehrenamtliche und einige tausend Gäste im Jahr 2013 sicher anders. Das Stilbrvch ist ein Experiment mit studentischer Kultur, mit Veranstaltungen von Studierenden für Studierende. Wir sind selbst vom Erfolg des Projektes, dem Andrang auf unsere Veranstaltungen und dem überregionalen Bekanntheitsgrad überrascht. Dennoch gilt auch: Es ist noch Luft nach oben, wir freuen uns über (noch) mehr Beteiligung und weitere Veranstaltungsideen, sofern die ADF den Laden nicht schließt oder mit absurden Konzepten unmöglich macht.

13. „Die Aussage des Kollektivs, die Arbeit würde maßgeblich von Ehrenamtlichen erledigt, entspricht lediglich 2011 der Wahrheit“
Der reine Veranstaltungsbetrieb bindet im Monat ca. 400-500 Arbeitsstunden für die Durchführung eigener und die Betreuung externer Veranstaltungen. Dazu kommen Wartungsarbeiten, Dekoration, Bürokratie, Lieferungsannahme, Putzen, etc. (ca. 150 Stunden). Bezahlt werden monatlich etwa 150 Arbeitsstunden, wenn man den gesetzlichen Mindestlohn zugrundelegt (1240€ Monat / 8,50€ = 145 Stunden).  Konkret arbeiten im Stilbrvch sechs bezahlte Kollektivistas (5x 175€ und 1x 350€ monatlich) und 50-100 Ehrenamtliche. Diese Zahlen sind im Groben seit 2011 unverändert.

14. „2012 waren es schon 7200€ und 2013 18300€“
Womit die ADF bewiesen hat, dass sie auch nach einjähriger Mitarbeit im AStA nicht mal die Haushaltspläne desselbigen lesen kann. Die Personalkosten des Stilbrvch insgesamt belaufen sich seit 2011 auf ca. 18000€ jährlich. Dass die Personalkosten des Stilbrvch 2013 ebenfalls diese Höhe erreichen würden, war seit April des Jahres klar: Die ADF hat selbst für den Haushaltsplan des AStA gestimmt, der diese Kosten beinhaltet. Im Übrigen stehen den Kosten Einnahmen gegenüber, die der Artikel komplett verschweigt.

15. „statt auf unsere Bedenken einzugehen und gemeinsam mit uns ein geeignetes Konzept zu entwickeln, begann das Kulturkollektiv, die ADF offen anzugreifen“
Im Ausgründungsprozess waren seit April 2013 VertreterInnen der ADF involviert. Die Entscheidung, den Aufbau eines selbstverwalteten Kulturreferats am selbstverwalteten Sportreferat zu orientieren, wurde von der ADF bestätigt. Der Kulturreferent der ADF hat sich kontinuierlich im Ausgründungsprozess eingebracht, ebenso wie einige andere VertreterInnen der ADF. Im Dezember ist der Ausgründungsprozess de facto gescheitert, als die Mehrheit der ADF ihren VertreterInnen im Ausgründungsprozess die Unterstützung entzog und lieber realitätsferne Luftschlösser propagierte. Dies ist damit auch das glatte Gegenteil des letztjährigen Wahlversprechens der ADF, einer Ausgründung nicht im Wege stehen zu wollen.

16. „Die Unterstellung, die ADF würde das Stilbrvch schließen wollen, ist an den Haaren herbeigezogen“
Es gibt kein schlüssiges Alternativkonzept, wie das Stilbrvch ohne die derzeitige ehrenamtliche Arbeit weiter betrieben werden könnte. Die ADF hat uns deutlich gezeigt, dass sie vom selbstverwalteten Charakter des Stilbrvchs, von der Verwaltung durch ein Kulturkollektiv und von unserer Veranstaltungsplanung wenig hält. Ohne diese Aspekte wäre das Stilbrvch nicht mehr das Stilbrvch. Eine Weiterarbeit des Kulturkollektivs unter der Fuchtel der ADF wäre Hohn gegenüber der Selbstbestimmung, die sich die ehrenamtlich arbeitenden Kollektivistas auf die Fahnen geschrieben haben. Und ohne das KulturKollektiv und andere freiwillige Menschen kann und wird es das Stilbrvch in seiner jetzigen Form einfach nicht geben!

17. „nicht umsonst haben wir das damalige Vertigo gegründet und mit viel Engagement und Zeit zum Leben erweckt“
„Engagement“ – Im Vertigo gab es keine (!) unbezahlte, ehrenamtliche Arbeit. Viel mehr wurden die entspannten Thekenjobs genutzt, um den eigenen Kadern Geld zuzuschachern. Die zahlreichen LohnempfängerInnen des Vertigos fanden sich fast ausnahmslos auf den Wahllisten der ADF-RCDS-Koalition wieder.
„Zeit“– Jap, einige ADFler haben in ihr 350.000€ teures Prestige-Objekt sicherlich Zeit gesteckt. Das hielt dann ein Jahr an. Danach fanden kaum noch Veranstaltungen statt.
„Leben“ – Poker und Grillabende, Erasmuspartys und selten eine Fachschaftsparty. Der Laden hat damals regelrecht gebrannt… Mehr als Sarkasmus kann man für eine solche Lüge nicht mehr aufbringen.
„nicht umsonst“ – Das stimmt tatsächlich, auch wenn es nicht auf das Vertigo beschränkt war. Ein Hauptengagement des damaligen AStAs bestand ja darin, viel studentisches Geld in dunklen Kanälen versickern zu lassen. Es ist bis heute nicht klar, wohin damals AStA-Gelder im Umfang von mind. 20.000€ verschwunden sind. Auch die zu der Zeit eingeleiteten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konnten das bekanntlich nicht klären.

18. „Das Stilbrvch hat sein volles Potential noch lange nicht ausgeschöpft“
Schon wieder richtig. Mit ziemlicher Sicherheit hat die ADF jedoch nicht verstanden, wo diese Potentiale liegen. Es ist schon erstaunlich, dass die Hochschulgruppe, die bis vor drei Jahren daran gescheitert ist, den Laden zu betreiben, den sie sich selbst ausgedacht hat, jetzt auf einmal zu wissen meint, wie mensch es besser macht.

19. „Eine Ausgründung des Stilbrvch auf Grundlage demokratischer Legitimation“
Etwas anderes war nie anvisiert. Den Scheinwiderspruch zwischen demokratischer Legitimation und Selbstverwaltung hat sich die ADF zusammenkonstruiert, während das Sportreferat seit Jahren zeigt, dass dieser Widerspruch lösbar ist. Wir wollen ein selbstverwaltetes Kulturreferat, in dem die MacherInnen gemeinsam mit dem Studierendenparlament die Richtung vorgeben. Wir wollen aber zugleich, dass sich Hochschul-„ParlamentarierInnen“ nur dann in das operative Geschäft einmischen, wenn es wirklich nötig ist. Was sie übrigens bisher auch konnten, es nur nie getan haben.

20. „Öffnung des Stilbrvch für alle Studierenden“
Wer das Savoy oder Alpenmax liebt, wird das Stilbrvch wohl nicht zwangsweise mögen; wobei es auch da Ausnahmen gibt. Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein Veranstaltungskeller „für alle“ eine inhaltsleere Plattitüde ist, der keine (!) Location gerecht werden kann. Uns begleitet trotzdem seit der Gründung des Kulturkollektivs das Ziel, so viele unterschiedliche Menschen anzusprechen, wie es harmonisch möglich ist. Im Stilbrvch engagieren sich Studierende aller Fachrichtungen. Die Veranstaltungen reichen von linken Benefizveranstaltungen über Erasmuspartys bis zu O-Phasen-Partys der juristischen Fakultät. Eine breitere Zielgruppe ist kaum möglich. Und selbst wenn: Es wird wahrscheinlich nicht die ADF sein, die das realisieren kann.

21. „neben speziellen Kulturangeboten auch Veranstaltungen anzubieten, die einen Großteil der Studierendenschaft ansprechen“
Im Stilbrvch fanden im letzten Jahr dutzende Veranstaltungen statt, die abseits von „Kulturarbeit“ schlicht Studi-Partys mit Charts-Musik waren. Einige davon haben wir selbst organisiert, andere wurden von MieterInnen durchgeführt. Kommerziell erfolgreiche Studi-Partys finden mehrmals wöchentlich in kommerziellen Clubs der Stadt statt. Und wenn sie unbedingt ausgebaut werden müssen: Niemand verbietet solche Partys im Stilbrvch – wir als großteils Ehrenamtliche haben lediglich kein Interesse, solche Partys selbst zu organisieren oder Dienstleister auf Veranstaltungen zu sein, die uns nicht gefallen. Andere Veranstalter wie der „Campus Club“ hingegen organisieren bereits genau solche Veranstaltungen im Stilbrvch und haben uns gegenüber eine sehr positive Haltung gezeigt.

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6 Kommentare zu “Das Stilbrvch wird zum Wahlkampfthema
  1. der kritiker sagt:

    Wenn man ehrlich wäre würde man an dieser Stelle zugeben, dass das Stilbruch einen klaren Kundenkreis hat und es überhaupt kein Interesse daran gibt, diesen Kundenkreis zu erweitern.

    Ich denke wenn man tatsächlich das Stilbruch für alle Studenten schaffen will, dann könnte man ja z.b. im kommenden Sommer Fussballspiele der WM übertragen.

    Das würden sich garantiert viele Studenten/innen wünschen!

    • kritische praxis sagt:

      Was Viele wollen ist nicht unbedingt immer das (ethisch) Beste. Beispielsweise hatte eine Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes vor über 75 Jahren einer anti-sozialen, menschenverachtenden Ideologie zugejubelt.
      Aus eigener Erfahrung muss ich übrigens sagen, dass ich sehr positiv vom stilbrvch angetan bin und besonders vor den ehrenamtlich Arbeitenden eine Hochachtung habe.
      Außerdem kann jede/r montags 19:30 h dort vorbei kommen und sich einbringen oder eine Veranstaltung anfragen/buchen/vormerken/sich absprechen/Vorschläge machen … (Das steht übrigens auch im Text oben drin.)
      Nicht nur konsumieren, sondern sich auch mal selber einbringen. Das kann auch Freude machen. Trau dich!
      Im Übrigen ist Männer-Profi-Fussball derart mainstream und läuft in zig Kneipen oder öffentlich, dass ich mich eher um andere nicht minder interessante, sportlich wertvolle (Nischen-)Sportarten sorge, die möglicherweise verdrängt werden. Nichts gegen Fußball, aber es gibt eben noch mehr zwischen Himmel und Erde.

  2. Senior Vivo sagt:

    Ja, Fußball gucken zur WM im Stillbrvch wäre mal ne geile Aktion. Ich würde es außerdem geil finden, wenn die Angestellten im Stillbrvch ihr Gehalt, das von den Studierenden kommt an Flüchtlinge spenden und in Zukunft alle Arbeiten Ehrenamtlich erledigt werden.

    • friendly-person sagt:

      Senior Vivo,

      vorweg, es gibt keine „angestellten“ des stilbrvchs.

      kompensiert werden im brvch bis zu sechs leute (siehe oben, #13), die z.b. arbeit machen, die sonst keine_r macht. „bezahlt“ werden sie nicht, da mitnichten von einem lohn zu reden ist: wenn mensch 175,- bekommt, dafür aber z.b. 50-60h arbeitet, ist das irgendwo zwischen selbstausbeutung und schmerzensgeld. letzteres daher, weil tendenziell die arbeit kompensiert wird, die wirklich ätzend ist oder die niemand sieht. sowas wie: als letzte_r (nüchtern) da sein und abschließen. putzen. komplette, flaschengenaue inventuren vor und nach jeder VA machen. putzen. lager aufräumen. putzen. brandschutz machen. abrechnungen/anmeldungen mit dem asta koordinieren, etc. pp.
      es gibt einige kollektivistas, die so viele stunden ehrenamtlich im brvch arbeiten, dass davon auszugehen ist, dass ihnen eben diese stunden fehlen, um z.b. einer erwerbsarbeit nachzugehen. nur müssen leider alle –auch sich übers maß engagierende menschen– auch irgendwann mal miete zahlen, einkaufen und sowas. genau das federn die SB-stellen etwas (!) ab.
      diesen menschen, nun vorzuschlagen, sie könnten auch auf die 175,- verzichten, finde ich … naja … reichlich bemüht, einen kritikpunkt zu konstruieren. findest du es eigentlich gut, menschen, die sich selbst für ne coole sache ausbeuten, vorzuschlagen, dass sie auch noch absoluter ausbeuten könnten?!? o.O

  3. Viele Studenten sagt:

    Wenn man mal ganz ehrlich wäre müsste man auch zugeben, dass ein weiteres „Fussballangebot“ zur WM einfach nicht nötig ist. Im ZHG wird sicher wieder Fussball ausgestrahlt wie zu jeder WM, ebenso wie in jeder größeren Kneipe die über einen Fernsehr verfügt.

    Außerdem finde ich es etwas unfair davon auszugehen, das „alle“ Studenten die Fussballspiele sehen wollen. Natürlich kann man das versuchen aber ich denke nicht, dass die die Fussballspiele sehen wollen dafür ins Stilbruch gehen. Und die Studenten die die Spiele nicht sehen wollen würden eh nicht kommen 😉

    Klar ist das Stilbruch offen für alle Studenten, das habe ich als Gast nie anders empfunden. Aber man muss auch zugeben, dass bestimmte Lokale einfach ein bestimmtes Publikum ansprechen und es äußerst schwierig ist es allen recht zu machen.

  4. friendly-person sagt:

    das brvch ist ein DIY-laden: mach was, dann passiert was!

    ich für meinen teil engagiere mich für das, von dem ich denke, das es fehlt. (und fußball, das nebenbei, fehlt in göttingen eigentlich eher nicht; vor allem nicht zur wm.) im zweifel organisiere ich etwas, das mir spaß macht. da ich das freiwillig und ohne entlohnung in meiner freizeit tue, würde ich einen teufel tun und mich an irgendetwas halten wollen, das mir eine andere person oder ein gremium vorsetzt. es ist schließlich *meine* freizeit!
    wer einen master-plan fordert, was alles gut oder wünschenswert an kulturprogramm rund um die uni wäre, der muss leider auch darlegen, wie das zu machen sein soll. vor allem finanziell.
    so wie es ist, ist das stilbrvch vielleicht wirklich sehr unperfekt und verbesserungswürdig. ich bin allerdings auch wirklich neugierig, wie man das strukturell anstellen könnte. denn ich habe bisher noch keinen stichhaltigen plan gesehen, in dem dargelegt wird, wie man mit derart wenig geld (ca. 18.000 im jahr), so viel kulturleben auf die beine stellen kann.

    ich meine, trotz dieses „fehlers“ im KK/stilbrvch-konzept gab es in den vergangenen drei jahren z.b. das hier (und die liste ist sehr unvollständig): kunstausstellungen, open mic, pantomime, tanzabende, siebdruck, diverse workshops, wunschparties, konzerte, konzerte, konzerte, parties, parties, parties, salsa-abende, kleinkunstabende, ballett, deko-und bastelraum (openspace), kulturtheken, theater, freie filmeabende, usw. und so fort.

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